Die Burg Rethem

Burghof Rethem

Geschichte, Niedergang und Verfall

Die Burg Rethem an der Aller geht in ihren Ursprüngen auf die Zeit um 1200 zurück. Sie wurde im 16. Jahrhundert als Wasserburg ausgebaut und hatte eine bedeutende Stellung für die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg. Bereits Mitte des 17. Jahrhunderts befand sich das Bauwerk in einem schlechten Zustand und im 18. Jahrhundert erfolgten auf dem Burggelände große Umbauten, bei denen ältere Gebäude eingeebnet wurden. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden weitere Gebäude abgerissen, sodass das Ensemble gänzlich seinen Burgcharakter verlor und Ende des 19. Jahrhunderts nur noch aus Einzelgebäuden bestand. Brände und Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg trugen ihren Teil zur weiteren Vernichtung bei, sodass von den ursprünglichen Gebäuden fast nichts mehr vorhanden war.

Ende der achtziger Jahre wurden die Reste vorsorglich unter Denkmalschutz gestellt. 2000 und 2001 durchgeführte Ausgrabungen führten zu beachtlichen Ergebnissen. Freigelegt wurden die Reste von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, deren Fundamente konserviert und in dem späteren Neubau integriert wurden. Weitere Untersuchungen führten Brunnen, Keramik, Glas und Knochen sowie Dachpfannen und einen Armbrustpfeil zutage. Zunächst erfolgte die Sicherung der Reste der Ringmauer, die in ebenfalls in den späteren Neubau integriert wurden.

Neubau der Burg Rethem

Auf den mittelalterlichen Grundmauern wurde ab 2005 der heutige Burghof Rethem als Veranstaltungs- und Kulturzentrum der Allerstadt erbaut. Dabei wurden die historischen Strukturen der einstigen Burg berücksichtigt und die restlichen noch vorhanden Mauern einbezogen. Der Neubau soll einerseits das kulturelle Erbe der Stadt vermitteln und andererseits zum Treffpunkt für kulturell und geschichtlich Interessierte werden. Als Zentrum soll der Burghof Rethem Wissen erweitern, der Unterhaltung dienen und Anregungen für geistige Auseinandersetzungen bieten.

Nutzung

Durch 75 Mitglieder erfolgte die Gründung des Vereins „Burghof Rethem“ und Ende 2005 wurde das Gebäude an die Stadt übergeben. Gäste betreten das Burggelände über eine „Zugbrücke“, bestehend aus Glas, Stahl und Holz. Im Untergeschoss befindet sich der Museumsteil mit Dauerausstellungen zur Geschichte der Stadt und den Burgen entlang der Aller. Kinder werden vom Ritter „Kurt von der Burg“ durch das Museum geführt, das mit vielen Exponaten ausgestattet ist. Durch Berühren eines Bildschirmes werden die Ausstellungsgegenstände ausgeleuchtet und erklärt. Eine nachempfundene Steinzeithöhle rundet den Museumsteil ab.

Weiterer Bestandteil des Ensembles ist das Erdgeschoss, das über einen 120 Quadratmeter großen Saal und einen Wintergarten verfügt und alle technischen Annehmlichkeiten eines Tagungsortes besitzt. Gäste können Veranstaltungen, wie Vorträge, Seminare, Lesungen, aber auch Konzerte, Theatervorstellungen oder Kabarett besuchen. Möglich sind auch Veranstaltungen von Vereinen und Feiern jeglicher Art.

Das Obergeschoss im Burghof Rethem verfügt über einen Sitzungssaal, der mit Intarsienarbeiten handwerklich meisterhaft gestaltet wurde. Mit einem Fahrstuhl kann die Aussichtsplattform besucht werden, von der Besucher eine wunderschöne Aussicht genießen können. Das Burghofcafé und die Möglichkeit des Caterings durch umliegende Restaurants vervollständigen das Angebot der mittlerweile bedeutenden Sehenswürdigkeit an der Aller.

Bildquellen: Burghof (Allerleinetal.de)

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